KAPITEL 11: Elemente und Atome.
In Christoph Maulbetsch: Wie alt ist die Welt? Friedrich Paneth (1887–1958) auf den Spuren der Materie. GNT Publishing, Berlin, 2026.
E-Book/PDF, 22 Seiten (Einzelkapitel), 87 Seiten Literatur und Bildquellen, 1 Abb., 28,00 €
ISBN 978-3-86225-590-0 (Einzelkapitel).
Der Inhalt des E-Books ist identisch mit dem Inhalt der Hardcover-Ausgabe.
Abstract:
Das Kapitel ordnet die Debatte um den chemischen Elementbegriff als erkenntnistheoretische und philosophische Auseinandersetzung ein. Von Demokrit, Leukipp und Aristoteles über das Sorites-Paradox bis zu Lavoisier, Dalton, Cannizzaro und Mendelejew verfolgt es die historischen Modelle, mit denen Elemente, Atome, einfache Körper, Moleküle und Allotropie verstanden wurden.
Im Zentrum steht die Spannung zwischen praktischer chemischer Atomistik und philosophischer Skepsis: Während Formelsprache, Stöchiometrie und Strukturchemie mit Atomen arbeiteten, bestritten Anti-Atomisten wie Mach und Ostwald deren reale Existenz. Die Auseinandersetzung mit Ostwalds Energetik und Meyersons Kritik zeigt, wie der Atomismus um 1900 aus der metaphysischen Grauzone heraustrat, ohne die Frage nach Elementvielfalt und Urmaterie endgültig zu lösen.