KAPITEL 18: Marzipan und Elche: Königsberg 1929–1933.
In Christoph Maulbetsch: Wie alt ist die Welt? Friedrich Paneth (1887–1958) auf den Spuren der Materie. GNT Publishing, Berlin, 2026.
E-Book/PDF, 14 Seiten (Einzelkapitel), 87 Seiten Literatur und Bildquellen, 4 Abb., 24,00 €
ISBN 978-3-86225-590-0 (Einzelkapitel).
Der Inhalt des E-Books ist identisch mit dem Inhalt der Hardcover-Ausgabe.
Abstract:
Das Kapitel schildert Paneths Wechsel 1929 auf das Ordinariat für Anorganische Chemie in Königsberg als späten Karrieredurchbruch und zugleich als private Belastung. Während er ein gut ausgestattetes Forschungsumfeld aufbaute, Mitarbeiter und Gäste aus dem Ausland anzog und Fördermittel von Notgemeinschaft, Rockefeller Foundation, preußischem Kultusministerium und IG Farben erhielt, litten besonders Else Paneth und die Familie unter Umzug, Isolation und dem rechtsgerichteten, antisemitischen Klima.
Wissenschaftlich wurden die Königsberger Jahre zu einer besonders produktiven Phase: Paneth arbeitete an freien Alkylradikalen, Helium-Mikronachweis, Uran-Helium-Datierung, Gesteinen, Meteoriten und Stratosphärenluft. Den größten Rang gewann der Nachweis freier Methylradikale, der international Beachtung fand, aber für einen Nobelpreis noch nicht als tragfähig genug galt. Zugleich profilierte sich Paneth als Chemiehistoriker und Wissenschaftsphilosoph mit Arbeiten zu Elementbegriff, Periodensystem und mittelalterlichen Handschriften.