717769Kapitel 19 aus Christoph Maulbetsch: Friedrich Paneth (1887–1958) (E-Book/PDF)
KAPITEL 19: Über die erkenntnistheoretische Stellung des chemischen Elementbegriffs.
In Christoph Maulbetsch: Wie alt ist die Welt? Friedrich Paneth (1887–1958) auf den Spuren der Materie. GNT Publishing, Berlin, 2026.
E-Book/PDF, 30 Seiten (Einzelkapitel), 87 Seiten Literatur und Bildquellen, 3 Abb., 1 Tab., 36,00 €
ISBN 978-3-86225-590-0 (Einzelkapitel).
Der Inhalt des E-Books ist identisch mit dem Inhalt der Hardcover-Ausgabe.
Abstract:
Das Kapitel untersucht Paneths Aufsatz von 1931 über die erkenntnistheoretische Stellung des chemischen Elementbegriffs und dessen erst viel spätere Wiederentdeckung. Im Zentrum steht Paneths dualer Elementbegriff: das Element als sinnlich wahrnehmbarer „einfacher Stoff“ und als „Grundstoff“, der in Verbindungen fortbesteht, aber nicht unmittelbar erfahrbar ist. Damit wollte Paneth das Beharren der Elemente in chemischen Reaktionen erklären und die Eigenständigkeit der Chemie gegenüber physikalischer Reduktion verteidigen.
Zugleich zeigt das Kapitel die historischen und begrifflichen Schwächen dieses Modells. Paneths Unterscheidung erscheint bereits bei Mendelejew angelegt und ist deutlich von Georges Urbain und Émile Meyerson geprägt. Besonders problematisch bleiben der unklare Status des „Grundstoffs“, die Rede von „qualitätslosen“ Entitäten und die Erklärung von Allotropie. Am Ende erscheint die Elementdebatte weniger als Problem der chemischen Praxis denn als Definitions-, Sprach- und Erkenntnisproblem.
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